Straßenkunde

Straßenkunde

Hier finden Sie Informationen zu den Hoistener Straßen.
Wissenswertes, berichtet von Paul Schütz!


Straßenname
ab 1976
Länge in Meter
Alte Uferstraße 196
Am Backes 51
Am Gohrerberg 529
Am Goldmorgen 187
Am Hagelkreuz 364
Am Hummelbach 1.102
Am Kirchberg 51
Am Kirchentreppchen ohne Angabe
Am Konebusch 306
Am Nierholz 129
Am Rohlesbusch 100
Am Spienhauer 202
Am Weberholz 197
Besenbinderweg 320
Bettikumer Straße 167
Elisabethstraße 163
Eulenberg ohne Angabe
Gereonstraße 104
Goetheweg 68
Helpensteiner Kirchweg 515
Hochstadenstraße 1.364
Hoistener Schulstraße 250
Im Hufeisen 259
Im Winkel 43
In dr`Hött 217
Karlstraße 900
Kreuzstraße 530
Lohstraße 300
Lübisrather Straße 740
Maternusstraße 164
Pfarrkirche St. Peter ohne Angabe
Pfeifenbäckerstraße 231
Pilgrammstraße 455
Rohlerstraße 127
Rüblinghover Straße 225
Schelmrather Straße 439
Schluchenhausstraße 512
Schützenstraße 141
Sonnenweg 144
Tonhallenstraße 407
Varusstraße 108
Ville Straße 907
Welderstraße 982
Gesamtlänge der
Hoistener Straßen
14.196 Meter

Alte Uferstraße

Länge: ca. 196 Meter
Ursprünglicher Name: Kirchstraße, auf Platt „Keyjass“ oder „Jaass“
Lage:
Sie beginnt als Einbahnstraße unmittelbar vor der Kirche, dort wo auch die Straßen „Am Kirchberg“ und die „Schützenstraße“ beginnen und führt Richtung Norden auf die Kreuzstraße, in die sie auf der Ecke des ehemaligen Spritzenhäuschens, wo jetzt ein wieder errichteter Fußfall steht, einmündet. Auf der Hälfte dieser Straße mündet ein Verbindungsweg von der „Tonhallenstraße“ in die „Alte Uferstrasse ein, der keinen offiziellen Namen trägt und im Dorf als „Ülebirch“ bekannt ist.

Geschichte:
Früher hieß die Straße „Kirchstraße“. Wie an anderer Stelle bereits erwähnt, gibt es in Neuss sehr viele Straßen, die zur irgendeiner Kirche führen, daher entschied man sich für „Alte Uferstraße“, um Verwechslungen zu vermeiden.
Der Rhein war nicht immer in dem Flussbett, in dem er jetzt verläuft. Nebenarme des Rheins sind früher einmal unterhalb unserer Kirche verlaufen. Dies erklärt auch den gravierenden Höhenunterschied.
Am Ende der Straße, von der Kirche aus gesehen, stand früher das Feuerwehr – Gerätehaus, auch „Spritzehüsche“ genannt. Dies wurde in den 70er Jahren abgerissen, da die Hoistener Feuerwehr eine größere Feuerwache in der ehemaligen Tankstelle an der Villestraße beziehen konnte. Seit 1997 steht an dieser Stelle ein wieder errichteter Fußfall, der früher einmal mitten auf dem Platz gestanden hat.
Man sieht heute noch sehr oft diese kleinen Gebetsstätten mitten im Feld. Sie entstanden als Betstation für Pilgerreisen oder, aus Dankbarkeit zu Gott oder auch als Erinnerung an besondere Ereignisse, die sich an dieser Stelle abgespielt haben (Beispiel „Hagelkreuz“).
Der Grenadierzug „Hoister Blömsches“ hat den Fußfall nach dem Tode von Manfred Gärtner, meinem Patenonkel, der die Rekonstruktion ins Leben gerufen hatte, nach dessen Vorgaben im Jahre 1997 fertig gestellt.
Die Planung (technische Zeichnung) habe ich übrigens während meiner Studienzeit an der FH-Köln erstellt.
Die Familie Kronenberg, die ebenfalls diesem Schützenzug angehört und hier in unmittelbarer Nähe wohnt, pflegt und behütet dieses kleine „Denkmal“. Frau Kronenberg hat mir übrigens schon einige Male gesagt, wie toll ich das hier immer erkläre. (Dies nur nebenbei)
Einen ähnlichen Fußfall findet man am neuen Friedhof neben dem Wirtschaftsweg, der von Norf, vorbei an Weckhoven, durch die Hummelbachaue zum Schelmrather Hof führt.
Dieser Weg ist Teil des berühmten Jakobsweges nach Santiego de Compostella in Spanien.
Infrastrukturmäßig war die „Jass“ nicht immer so trostlos wie sie jetzt ist.
Von der Kirche aus gesehen auf der linken Seite war gleich vorne an eine Bäckerei, die bis 1959 vom Bäcker Hummen betrieben wurde. Es waren wohl einige andere Bäcker noch dort, doch diese will Gudrun Schmitz, die zweitälteste Tochter vom Bäcker Maresch, mit noch nennen. Dieser Bäcker Maresch übernahm als letzter die Bäckerei von 1959 bis 1968, Danach baute er am Nierholz sein neues Anwesen mit der Bäckerei, die bis heute von seiner Tochter und seinem Schwiegersohn als Bäckerei „Schmitz“ geführt wird. Seit Juli 2004 ist dort auch wieder ein Servicepunkt der Post zu finden.
Ein Haus weiter war das Kolonialwarengeschäft der Familie Gärtner, das Elternhaus meines Großvaters. Dieses Grundstück reichte bis zur Kreuzstraße, an der dann später das 2. Haus gebaut wurde (direkt gegenüber der Gaststätte „Zur Mitte“.
In den 60èr bis in die 70èr Jahre führte Hubert Haas einen Sparladen mit mobiler Versorgungsstation. Einmal pro Woche kam er mit seinen Verkaufsmobil auf der Straße vorbei und jeder konnte sich mit den wichtigsten Dingen versorgen. Das waren noch Servicezeiten.
Nach Hubert Haas war dort bis in die Mitte der 80èr eine Heißmangel.
 


Pfeifenbäckerstraße

Länge: 231 Meter
Ursprünglicher Name: Kanalstraße
Lage:
Sie zweigt von der Villestraße in nördliche Richtung ab und in die Straße „In der Hött“. Es zweigt nach links die Hoistener Schulstraße und nach rechts die Schützenstraße ab.

Geschichte:
Die „Kanalstraße“ wurde 1975 umgewidmet in „Pfeifenbäckerstrasse“, was zum Verbreiten der Hoistener Geschichte auch sehr sinnvoll ist.
Eine weitere Handwerkstradition aus Hoisten war das Backen von Tonpfeifen.
Diese wurden zum Rauchen, aber auch zum Dekorieren von Weckmännern hergestellt. Den Ton schaffte man mühsam aus dem Westerwald per Karren heran. Später mit der Eisenbahn bis Norf und dann per Pferdewagen bis Hoisten.
Diese Handwerkskunst ist ebenfalls im Emblem der Heimatfreunde Hoisten zu sehen.
Der Niederrhein war Heimat des Tabaks und somit auch der damit verbundenen Traditionen. Die Geschichte der Tonpfeife und deren Herstellung ist ein besonderes Merkmal für unsere Heimat.
Am linken Niederrhein gibt es eine Interessengemeinschaft „Pfeifenbäcker“, auf die unser Archivar aufmerksam wurde.
Er berichtete dieser Vereinigung von unserer Geschichte und dann wurde Hoisten in deren Pfeifenbäckerverzeichnis aufgenommen. Hierzu gibt es einen passenden Schriftzug, der im Archiv von Georg einsehbar ist.
 


Am Nierholz

Länge: 129 Meter
Ursprünglicher Name: unverändert
Lage:
Von der Hochstadenstraße aus führt die Straße „Am Nierholz in östliche Richtung auf die Straße „Am Hummelbach“. Auf der Häflte der Straße zweigt nach rechts die Varusstraße ab.

Geschichte:
Bei diesem Namen handelt es sich wieder um eine Flurbezeichnung.
An der Einmündung in die Hochstadenstraße, auf der Grünflächeninsel neben der Endhaltestelle der Buslinie 844 wurde von 2001 bis 2003 ein Ständebaum errichtet.
In den 70èr Jahren entstand hier mit Bau der Sparkasse quasi das 2. Geschäftszentrum nach der Kreuzstraße und der „Alten Uferstraße“. Direkt neben der Sparkasse war bis in die 80èr noch der Friseur Kaffka, der mittlerweile auf der Gereonstraße sein Domizil aufgebaut hat. Heute ist dort eine Fahrschule und ein Schreibwarengeschäft mit Lottoannahmestelle. Das Geschäftszentrum besteht zudem aus der gegenüberliegenden Bäckerei Schmitz mit Post-Servicestelle, sowie dem Autoersatzteilladen des Dieter Franssen, etwas weiter die Straße „Am Nierholz herunter.
Der gesamte Ortsdurchgangsverkehr aus und in Richtung Neuss kommt an diesem „Zentrum“ vorbei, deshalb eignete sich der Standort des Ständebaumes hier insbesondere.
Auf dem Parkplatz der Bäckerei Schmitz war einst ein Luftschutzbunker (einer von vier), der allerdings im Zuge der Baumaßnahme für den Parkplatz mit einer Betonplatte abgedeckt wurde. Der Bunkerraum selber soll nach Angabe von Roland Wierig noch existieren.
 


Tonhallenstraße

Länge: 407 Meter
Ursprünglicher Name: unverändert
Lage:
Sie ist von Norf aus kommend die 2. Straße rechts in Richtung Norden und mündet in die Kreuzstraße ein.

Geschichte:
Die Tonhallenstraße hat ihren Namen von der dort stehenden Tonhalle, wird aber von alten Hoistener nur „Ungerdörp“ genannt, da dieser Ortsteil deutlich tiefer liegt als der Hauptort.
Diese Tonhalle wurde 1906 vom eigens dafür gegründeten Tonhallenverein erbaut und war seinerzeit ein sehr modernes und kostbares Bauwerk. Um die Finanzierung, die ursprünglich durch Selbstverschuldung der Vereinsmitglieder erfolgte, besser zu gestalten, baute man eine Mühle unterhalb der Bühne ein, mit der gegen Entgelt das Getreide gemahlen wurde. Der Saal der Gaststätte Stübben war aber letztendlich der stärkere Konkurrent im Rennen um die Gunst der Saalbesucher, so dass die Tonhalle bald ihre Bedeutung verlor.
Die statische Konstruktion war für die damaligen Verhältnisse nahezu unglaublich. Die Konstruktion soll aus gusseisernen Trägern und Stützen bestanden haben (Quelle unbekannt, muß noch geprüft werden).
Im Inneren befanden sich eine Bühne und ein Tanzboden, der als Schwingparkett ausgeführt war. Solche Böden sind heute unbezahlbar.
Die Halle wurde ab 1928 nicht mehr als Tanzhalle benötigt und zwischenzeitlich als landwirtschaftliche Halle und als Lager genutzt.
Heute steht sie leer und diente vor einigen Jahren als Königsresidenz des Schützenkönigs Karl-Heinz Schön und im Jahre 2004 für Ewald Stockdreher. Zum 100-jährigen Geburtstag im Jahre 2006, lassen wir uns etwas besonderes einfallen, denn da gibt es in Hoisten 3 große Geburtstage zu feiern (50 Jahre Grundschule, 100 Jahre Tonhalle und 110 Jahre Kapellchen).


Am Gohrerberg

Länge: 529 Meter
Ursprünglicher Name: unverändert
Lage:
Im Südosten des Dorfes führt die Straße von der Villestrasse aus in Richtung Gohr. Sie endet für den Straßenverkehr als Sackgasse mit Wendehammer und ist von dort an als Wanderweg unterhalb der Rheinbruchkante „Gohrerberg“ nutzbar.

Geschichte:
Die Ableitung dieses Namens ist allerdings zweifelsfrei. Es handelt sich um eine der letzten, heute noch erhaltenen Rheinbruchkanten, die sich von Hoisten über Rosellen bis Gohr hinzieht. Daher der Name: „Gohrerberg“.
Da es im Flachland nur wenige Erhebungen gibt, wird fast alles, was höher ist als ein Maulwurfshügel, mit einem Gipfelkreuz versehen oder zum „Berg“ ernannt.
Der Gohrerberg ist erst 2002 auf Hoistener Gebiet zum Landschaftsschutzgebiet erklärt worden. Dies bewirkten die Heimatfreunde in Zusammenarbeit mit dem BUND. Auf dem Teil, der zu Rosellen gehört, war dies bereits länger der Fall. Der Gohrerberg spielt auch in unserem Heimatlied „Oh wie schön ist es …“ eine sehr wichtige Rolle, aber ob wir den blühenden Ginster, der dort beschrieben wird, jemals wieder bekommen werden, ist fraglich.
Der Landschaftsschutz hat so seine Auflagen.
Bei meiner ersten Führung mit Erwachsenen am 23.04.2004 teilte mir Herr Alfons Brochhagen, seines Zeichens Landschaftswart, mit, dass bereits die ersten Ginstersträucher wieder angepflanzt seien.
Beim Landwirt Hüsgen gab es übrigens auch einen der insgesamt 4 Luftschutzbunker in Hoisten (Quelle: Marianne Phillip).
Etwa 400 Meter den Gohrer Berg in Richtung Roseller Heide entlang, liegt der Judenfriedhof, der dort tatsächlich im 2. Weltkrieg angelegt wurde und heute noch sichtbar ist.


Am Hagelkreuz

Länge: 364 Meter
Ursprünglicher Name: wurde nach dem 01.07.1975 neu angelegt
Lage:
Diese, nach der kommunalen Neugliederung angelegte Straße, führt durch das Gewerbegebiet am nördlichen Ortsrand von der Hochstadenstrasse in Richtung Norf und endet als Sackgasse in einem Wendehammer. Die Straße bildet eine Kreuzung mit der Straße „Am Hummelbach“ und einem Wirtschaftsweg in Richtung Weckhoven (Famkaweg)

Geschichte:
Zwischen der geographischen Lage dieser Straße und deren Namensherkunft besteht kein direkter Zusammenhang. Wichtig ist aber, dass dadurch die Bedeutung und die Geschichte dieses wichtigen Gedenkkreuzes erhalten bleiben. Das Hagelkreuz selber, welches schätzungsweise 600 Jahre alt ist (Quelle: Christian Wilsch, Regionalhistoriker), befindet sich genau auf der Grenze zwischen Hoisten und Weckhoven an der Kreuzung des Wirtschaftsweges von Norf in Richtung „Neuer Friedhof“. Dort setzten die Heimatfreunde Hoisten und der Heimatverein Weckhoven symbolisch im Jahr 2000 einen Freundschaftsstein, der die alte Fehde zwischen Weckhoven und Hoisten vergessen lassen soll (Kannesicker-Besemskrämer). Zusätzlich wurde am 23.06.2000 ein Kriegsbeil begraben und die Friedenspfeife dazu geraucht. Dieser Tag ist in Weckhoven und Hoisten seitdem ein „offizieller“ Feiertag und es findet immer am 23.6. eine kleine Feier mit Umtrunk statt, zu der ich bereits jetzt wieder recht herzlich einlade (10 Liter Bier von mir).
Das Hagelkreuz steht aber in Erinnerung an eine sogenannte Wetterscheide. Es kam schon vor, dass auf Weckhovener Seite anderes Wetter herrschte, als auf Hoistener Seite. Ich selbst habe das bereits erlebt.
Auf der einen Seite waren die Straßen naß, während auf der anderen Seite tatsächlich die Sonne schien. Auch sollen an dieser Stelle zwei Bürger tödlich vom Blitz getroffen worden sein.
Als die Weckhovener ihre neue Kirche bekommen sollten, wurde diese Stelle sogar als Standort für eine gemeinsame Kirche für Weckhoven und Hoisten in Erwägung gezogen.
Seitdem Dechant Vossen über die beiden Pfarrgemeinden St. Paulus und St. Peter zu sagen hat, beginnen dort sogar Wallfahrten nach Helpenstein, Knechtsteden etc. und dort beten meines Wissens nach die Weckhovener eine Station der Fronleichnamsprozession, bevor sie sich mit den Hoistenern auf der Matthias-Ehl Sportanlage neben dem Neuen Hoistener Friedhof treffen.

 


Im Hufeisen

Warum diese Straße seit 1975 „Im Hufeisen“ genannt wird, läßt sich aus der geometrischen Form ableiten.
Der ursprüngliche Name „Hubertusstraße“ sollte eine Beziehung zu der ortsansässigen St. Hubertus- Schützenbruderschaft darstellen. Da es in Reuschenberg einen Hubertusweg gibt, einigte man sich auf einen Namenswechsel um Verwechslungen auszuschließen.
Neben der beiden Einmündungen auf die „Lübisrather Strasse“ gibt es noch eine Fußwegverbindung auf die „Karlstrasse“.
Der kleine Kinderspielplatz, der größtenteils durch Eigenitiative einiger Anlieger unterhalten wird, ist meines Wissens nach der älteste noch in seiner ursprünglichen Form erhaltene Spielplatz in Hoisten.

 


Am Hummelbach

Länge: 1102 Meter

Lage:
Die zweitlängste Straße führt von der Villestraße im Südosten parallel des „Hummelbaches“ in nordöstliche Richtung und Endet auf der Straß3 „Am Hagelkreuz“, bzw. führt von dort aus als Wirtschaftsweg nach Weckhoven.
Von ihr zweigen aus Richtung Villestraße gesehen die Bettikumer Strasse nach links und rechts, die Straße „Am Nierholz“ nach links, die Sraße „Am Konebusch“ nach links und rechts und die Maternusstraße nach links ab.
Kurz vor dem Ende verzeigt sie sich in einen Stich, der als Sackgasse in einem Wendehammer endet.

Geschichte:
Die Herleitung dieses Namens ist recht eindeutig, da die parallele Führung dieser Straße zum Hummelbach nicht zu übersehen ist. Der Hummelbach ist ein Feuchtebiotop, daß zurzeit von Rheinbraun mit Wasser gespeist wird und der „Hummelbachaue“ zwischen Hoisten, Weckhoven und Norf das nötige Lebenselexier spendet. Er dient zudem als Vorfluter und Regenwasserrückhaltung bei starken Niederschlägen.
Die Hummelbachaue ist eines der wertvolsten Naturschätze, die wir besitzen und deshalb haben sich drei Vereine aus Ortschaften, die an diese Aue grenzen zu einer „Grünen Brücke“ zusammengetan um Schlimmes zu verhindern und Schönes zu erhalten.

 


Am Backes

Den ehemaligen Straßennamen „Kurze Straße“ trug diese Straße nicht ganz zu Recht, da der Goetheweg meines Erachtens kürzer ist, müsste man aber einfach mal nachmessen (aber lang wird Sie dadurch auch nicht).
Da es in der Nähe vom Hauptbahnhof Neuss ebenfalls eine „Kurze Straße“ gibt, bekam unsere dann den historischen Namen „Am Backes“, was zu hochdeutsch „Am Backhaus“ heißt. Früher hatte nicht jeder einen eigenen Backofen, sondern in der Ortschaft gab es einen Zentral-Backofen, in dem die Leute ihre vorbereiteten Backwaren abbacken konnten. Ob dies der Standort dieses Backhauses ist, ist mir nicht bekannt.
Es kann aber auch sein, dass hier der Ofen zum Backen der Tonpfeifen gestanden hat. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, da aus anderen Orten am Niederrhein, wo das Tonpfeifenbacken seinen Ursprung hat, ähnliches bekannt ist.
Von der Notwendigkeit eines Tonofens stammt auch der Handwerksberuf „Ofensetzer“, der sogar heute noch in unserem Ort anzutreffen ist.

 


Am Konebusch

Länge: 306 Meter
Ursprünglicher Name: Broichstraße
Lage:
Sie führt von der östlichen Feldseite des Ortes in Richtung „Hochstadenstraße“, in die sie allerdings als Anliegerstraße einmündet.
Von ihr zweigt aus Richtung Feld die „Straße „Am Weberholz“ nach links und kurz vor dem Ende, nachdem sie die Straße „Am Hummelbach gekreuzt hat, die „Maternusstraße“ ab.

Geschichte:
Der ehemals untere Teil der Broichstraße sollte umbenannt (umgewidmet) werden. Beim neuen Namen handelt es sich um eine Flurbezeichnung, nämlich den Busch (Wald) der Familie Kone. (Quelle: Manfred Berresheim, Schreiben vom 23.01.1976 für den CDU-Ortsausschuß)

Der Vetter meiner Mutter, Matthias Ehl, nachdem auch die Bezirksportanlage benannt wurde, sagte ihr einmal, dass das Land am Konebusch ein sehr unfruchtbares und deshalb sehr schwer zu bewirtschaftendes Land sei. Es wurde in Fachkreisen „Minutenland“ genannt. Dieser Begriff kommt daher, dass bei kurzen, heftigen Regeschauern, das Land sofort überflutet und total aufgeweicht war und kurze Zeit nach Beendigung des Regens wieder stocktrocken war. Ähnliche Verhältnisse wie in der Wüste.


Am Weberholz

Länge: 197 Meter
Ursprünglicher Name: Am Bach
Lage:
Zwischen der Straße „Am Hummelbach“ und dem Hummelbach selber verläuft vom Konebusch in Richtung Süden auf die Bettikumer Straße die Straße „Am Weberholz“. Für den Autoverkehr endet sie allerdings in einem Wendehammer und für den Fußgänger besteht die Möglichkeit, durch einen kleinen Stichweg auf die Bettikumer Straße zu gelangen.

Geschichte:
Früher hieß die Straße „Am Bach“, womit natürlich der Hummelbach gemeint war.
In der Gemarkung Hoisten neben Weckhoven am Gillbach liegt der Neusser Ortsteil „Bach“ (4 Häuser). Deshalb mußte wahrscheinlich diese Straße umbenannt werden.
Woher die Bezeichnung „Weberholz“ kommt, kann ich nicht sagen, vermute aber, dass es sich um eine Flurbezeichnung handelt.


Maternusstraße

Länge: 164 Meter
Ursprünglicher Name: Gartenstraße
Lage:
Von der Straße „Am Hummelbach“ biegt sie gegenüber dem Weberholz nach links ab und mündet ca. 70 Meter weiter nördlich wieder in den Hummelbach.

Geschichte:
Diese Straße hieß bis 1975 noch Gartenstraße.
Erster urkundlich erwähnter Bischof von Köln, von Trier und von Tongern
(t 328)
(Quelle: Manfred Berresheim, Schreiben vom 23.01.1976 für den CDU-Ortsausschuß)


Gereonstraße

Länge : 104 Meter
Ursprünglicher Name: Wilhelmstraße
Lage:
Diese Straße ist, von Neuss kommend, die vierte Abzweigung von der Hochstadenstraße nach rechts als Verbindung zur Karlstraße, die nahezu parallel der Hochstadenstraße verläuft.

Geschichte:
Die ehemalige „Wilhelmstraße“ wurde umgewidmet in „Gereonstraße“.
Gereon, ein Heiliger, soll mit 318 Weggefährten aus der Thebäischen Legion unter Diokletian in Köln hingerichtet worden sein. Das Stift St. Gereon in Köln besaß zeitweilig Höfe, bzw. erhielt hofrechtliche Abgaben (Steuern) aus Hoisten.
(Quelle: Manfred Berresheim, Schreiben vom 23.01.1976 für den CDU-Ortsausschuß und mit Sicherheit auch Dom-Archiv in Köln)
Die Gereonstrasse ist eine von 7 Querverbindungen zwischen der längsten Straße von Hoisten, der Hochstadenstraße, und der Karlstraße.
 

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